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Der große Realitätsverlust: Wie grüne und rote Eliten unfreiwillig die beste Wahlwerbung für die AfD machen und Ulrich Siegmund sie mit nur einem Satz zerlegt.TA

Es ist ein politisches Schauspiel, das in seiner unfreiwilligen Komik und tiefgreifenden Tragik kaum noch zu überbieten ist. In einer Zeit, in der Deutschland mit massiven fundamentalen Krisen kämpft, offenbart ein Blick in die Denkweise der intellektuellen und politischen Elite einen Realitätsverlust, der den normalen Bürger nur noch fassungslos zurücklässt. Ein aktuelles, virales Video des Kanals “Aktien mit Kopf” nimmt genau dieses Phänomen messerscharf und mit herrlich beißendem Sarkasmus unter die Lupe. Der Moderator opferte seinen Sonntag, um sich durch ein monumentales, 35 Minuten langes literarisches Meisterwerk der Verblendung zu quälen – einen Artikel, in dem Schauspieler, Künstler, Soziologen, Philosophen, Schriftsteller, Publizisten und Filmemacher ihre ultimativen “Tipps” geben, wie sich die AfD endlich stoppen lässt. Was als intellektueller Rettungsanker für die etablierten Parteien gedacht war, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein beispielloses Dokument elitärer Arroganz, völliger Ignoranz gegenüber echten Problemen und als die wahrscheinlich beste Wahlwerbung, die sich die politische Konkurrenz jemals hätte wünschen können.

Wir leben in einer Ära, in der die politische Auseinandersetzung zunehmend bizarre Züge annimmt. Wenn man sich anhört, was die geballte Kompetenz der Kulturschaffenden als Lösungsansätze präsentiert, fragt man sich unweigerlich, auf welchem Planeten diese Menschen leben. Da tritt beispielsweise eine Künstlerin auf den Plan und fordert völlig unironisch, man müsse den Begriff des Patriotismus einfach “komplett neu definieren”, um ihn vielleicht etwas “inklusiver” zu machen. Der Gedanke dahinter ist so bestechend simpel wie fatal fehlerhaft: Wenn uns die Realität nicht passt, erfinden wir einfach neue Definitionen für alte Wörter und hoffen, dass die Bevölkerung diesen sprachlichen Taschenspielertrick nicht bemerkt. Es ist der klassische Irrglaube einer abgehobenen Kaste, die denkt, dass Menschen ihre politischen Präferenzen ändern, nur weil man Begriffe am Reißbrett der Universitäten neu zusammensetzt.

Noch absurder wird es, wenn eine 65-jährige Schriftstellerin allen Ernstes vorschlägt, man müsse sich über die AfD einfach lustig machen. Das sei der Schlüssel, um den Leser davon zu überzeugen, diese Partei nicht zu wählen. Diese Herangehensweise ist an Herablassung kaum zu überbieten. Millionen von Menschen, die sich ernsthafte Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz und die Sicherheit in ihrem Land machen, sollen durch arrogantes Gelächter aus dem Elfenbeinturm wieder auf den “richtigen” Pfad der Tugend zurückgeführt werden. Eine Soziologin setzt dem Ganzen die Krone auf, indem sie fordert, wir alle müssten einfach “enthusiastischer für die Demokratie sein”. Begeisterung auf Knopfdruck, verordnet von oben. Doch wie soll ein Bürger enthusiastisch sein, wenn er am Ende des Monats seine Stromrechnung nicht mehr bezahlen kann?

Ein Autor schlägt eine völlig andere, geopolitische Richtung ein: Man müsse einfach Frieden mit Russland schließen, dann würden die Leute aufhören, die AfD zu wählen. An diesem Punkt blitzt für den Bruchteil einer Sekunde so etwas wie Relevanz auf. Frieden zu schließen wäre zweifellos eine erstrebenswerte und populäre Maßnahme. Doch wie der Kommentator im Video messerscharf analysiert: Die aktuelle Regierung ist strukturell und personell überhaupt nicht auf Frieden eingestellt. Eine Regierung, die ihre gesamte diplomatische Strategie auf Eskalation und moralische Überlegenheit aufgebaut hat, kann nicht plötzlich den Schalter umlegen. Selbst wenn sie es täte, ist fraglich, ob dies das tief sitzende Vertrauensdefizit der Wähler heilen würde. Die Entfremdung geht viel tiefer als nur bis zur Außenpolitik.

Besonders perfide wird die Debatte, wenn es um den Umgang mit den Wählern in Ostdeutschland geht. Eine 49-jährige Regisseurin und Filmemacherin berichtet stolz davon, wie sie es geschafft habe, dass ihr jemand zuhört, während sie ihm erklärt, dass gerade Ostdeutschland stark von “Diversität profitieren” könne. Diese Anekdote trieft nur so vor paternalistischer Überheblichkeit. Es ist der westdeutsche, großstädtische Erziehungsauftrag in Reinkultur: Man müsse den verblendeten Ostdeutschen, die in ihrem angeblichen “Einheitsgrau und Einheitsbraun” gefangen seien – eine Formulierung, die an Überheblichkeit kaum zu überbieten ist –, einfach nur geduldig die Vorzüge der bunten Vielfalt erklären. Erst wenn sie ihre eigene Rückständigkeit erkannt haben, so die unausgesprochene Botschaft, sind sie reif genug, um wieder die SPD oder die Grünen zu wählen. Diese Form der Kommunikation ist kein Dialog, es ist eine Belehrung von oben herab. Man spricht nicht mit den Menschen, man spricht zu ihnen, als wären sie begriffsstutzige Kinder.

Und wenn die Belehrung nicht fruchtet, dann greift man in diesen Kreisen schnell zur radikalsten aller Maßnahmen: dem Verbot. Ein französisch-israelischer Professor bringt die Verbotsfantasie auf den Tisch. Man solle die AfD verbieten, fordert er, und stattdessen Muslime besser in unser Wertesystem integrieren. Die Logik, dass man die größte Oppositionspartei verbietet, um die Demokratie zu retten, ist ein intellektueller Kurzschluss par excellence. Wie der Kommentator treffend bemerkt: Wenn die Partei verboten ist, kann man sie zwar nicht mehr wählen. Das ist auf dem Papier konsequent. Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Millionen von frustrierten, wütenden und enttäuschten Wählern am nächsten Tag mit voller Inbrunst und leuchtenden Augen wieder bei den Altparteien ihr Kreuz machen? Wer so etwas glaubt, hat die psychologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens nicht einmal im Ansatz verstanden.

Doch nicht nur die Kulturszene blamiert sich. Auch die Wirtschaftselite, namentlich Raul Rossmann, der Erbe der bekannten Drogeriekette, meint, sich politisch positionieren zu müssen. Rossmann, in dessen Läden Politiker wie Björn Höcke offenbar keine Zahnpasta mehr kaufen sollen, gibt ebenfalls seine wertvollen Ratschläge ab. Es ist das Zeitalter des Haltungskonsums, in dem Milliardenerben der arbeitenden Bevölkerung erklären, wen sie gefälligst wählen dürfen und wen nicht. Ergänzt wird dieses Panoptikum der Absurditäten durch die gruselige Forderung aus dem Artikel, dass sich “kaltblütige Staatsanwälte” der AfD annehmen sollten. Kaltblütigkeit als Mittel der Justiz – ein Bild, das mehr über das autoritäre Unterbewusstsein der vermeintlichen Demokratieretter aussagt, als diesen lieb sein dürfte.

Inmitten dieser Kakophonie an hilflosen Ratschlägen wird gebetsmühlenartig ein Vorwurf wiederholt: Die AfD habe ja gar keine Lösungen. Dieses Argument ist der Lieblingsstrohmann des Establishments. Doch schauen wir uns an, was die etablierten Parteien unter “Lösungen” verstehen. Wir haben eine Regierung, die mit vollen Händen Steuergelder aus dem Fenster wirft, die Rekordschulden anhäuft und Milliarden in ideologische Prestigeprojekte pumpt. Wenn nun eine Oppositionspartei sagt: “Hey, vielleicht sollten wir damit aufhören und das Geld sparen”, dann wird ihr reflexartig vorgeworfen, sie biete keine Lösungsansätze. Die Logik ist so simpel wie verdreht: Wer nicht mitmacht beim fröhlichen Geldverbrennen, gilt als inkompetent.

Was wahre “Kompetenz” in den Augen der Regierungsparteien bedeutet, illustriert das Video dann auf unvergessliche Art und Weise. Es wird ein Clip von der parteiinternen “Queerpolitischen Menschenrechtskonferenz” der SPD eingespielt. Was man dort sieht, lässt sich mit vernünftigen Worten kaum beschreiben. Es ist ein “performativer Akt”. Menschen tanzen wild, unkoordiniert und fast schon hypnotisch entrückt zu einem Song mit dem Text: “Sie brauchen einen Tanzschein, da muss ich schleim sein, weil ohne Tanzschein lasse ich sie nicht rein.” Man reibt sich verwundert die Augen. Das soll die Partei sein, die das Land durch die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten führen will? Das ist die geballte Problemlösungskompetenz, die von den Wählern respektiert werden soll? “Tanzen wir uns zur Regierung”, spottet der Kommentator treffend. Es ist ein Akt der völligen Selbstentblößung. Wenn die SPD glaubt, sie könnte mit solchen peinlichen Inszenierungen auch nur einen einzigen enttäuschten Handwerker, Industriearbeiter oder Familienvater zurückgewinnen, dann ist der Realitätsverlust bereits in ein klinisches Stadium übergegangen.

Genau hier, in der Schnittmenge zwischen grotesker politischer Realität und der unfreiwilligen Komik der Regierungsparteien, betritt Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, die Bühne. Angesprochen auf die massenhaft kursierenden, peinlichen Videos von tanzenden Grünen und SPDlern, lieferte er einen Satz ab, der die Situation perfekt auf den Punkt bringt und die gesamte Konkurrenz mit chirurgischer Präzision zerlegt: “Nein”, sagte Siegmund schmunzelnd auf die vielen Anfragen, “wir haben das nicht finanziert und auch nicht beauftragt. Das machen die alles freiwillig.” Ein genialer Schachzug. Siegmund spricht aus, was sich tausende Zuschauer bei diesen Videos denken: Diese Clips sind so unfassbar geschäftsschädigend für die Regierung, man könnte glatt meinen, die Opposition hätte sie als satirische Anti-Werbung in Auftrag gegeben. Doch die bittere Wahrheit für Rot-Grün ist: Niemand muss sie diffamieren. Sie erledigen das völlig kostenlos und aus freien Stücken selbst. Die AfD könnte Millionen für PR-Agenturen ausgeben und würde niemals einen so effektiven Wahlwerbespot produzieren wie die SPD mit ihrem “Tanzschein”-Liedchen.

Der humoristische Höhepunkt darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese ganze Situation einen extrem ernsten Kern hat. Die eigentliche Tragödie ist nicht, dass Politiker peinlich tanzen. Die Tragödie ist, was in diesen ganzen 35 Minuten voll kluger Ratschläge und Analysen der Elite fehlt. Kein einziger dieser hochdekorierten Soziologen, Schriftsteller und Publizisten hat das eigentliche Problem auch nur mit einer Silbe erwähnt. Kein Wort über die Tatsache, dass Deutschland aufgrund der ideologischen Politik der vergangenen Jahre die höchsten Energiekosten weltweit hat. Ein Umstand, der reihenweise mittelständische Unternehmen in die Insolvenz treibt und den Wirtschaftsstandort nachhaltig zerstört. Kein Wort über das akute und massive Problem der zunehmenden Gewaltkriminalität in unseren Städten. Kein Wort über die völlig unkontrollierte, illegale Masseneinwanderung, die Kommunen an den Rand des Kollapses bringt und das soziale Gefüge des Landes zerreißt.

Diese echten, existenziellen Sorgen der Menschen existieren in der Lebenswelt der “Kulturschaffenden” schlichtweg nicht. Sie sind in ihrer elitären Filterblase gefangen. Und das ist genau die Klientel, die ununterbrochen davon faselt: “Wir müssen den Menschen besser zuhören! Wir müssen unsere Politik besser erklären!” Wer diesen Satz ausspricht, offenbart sofort, dass er das Prinzip der Demokratie nicht verstanden hat. Monika Schnitzer, die renommierte Ökonomin und Regierungsberaterin, schlägt in exakt dieselbe Kerbe. Die Kommunikation sei wichtig, sagt sie. Ausgerechnet die Frau, die den Bürgern in Zeiten der Rekordinflation rät, man müsse halt “erstmal weniger Pullover kaufen”, und die sich dann selbst mit sündhaft teuren 400-Euro-Schuhen in die Talkshow von Caren Miosga setzt. Genau das ist der Humor, den die Elite nicht versteht, der dem einfachen Bürger aber sauer aufstößt. Wasser predigen, aber Champagner saufen. Und dann ernsthaft fordern, man müsse den Unmut der Wähler durch “bessere Kommunikation” wegerklären.

Aber die Menschen haben die Erklärungen satt. Sie verstehen sehr genau, was passiert. Das Problem der Regierung ist nicht ein Defizit an Kommunikation, sondern ein Defizit an Resultaten. Die Bürger wollen nicht, dass ihnen eine katastrophale Politik mit schöneren Worten verkauft wird. Sie wollen eine andere Politik. Doch diesen Wunsch kann und will die aktuelle politische Klasse nicht erfüllen. Der Vorwurf des Moderators im Video trifft den Nagel auf den Kopf: “Ihr wollt gar nicht zuhören. Ihr wollt euch einfach alle selbst zuhören und selbst reden hören.” Sobald ein Bürger ankommt und sagt: “Ich habe hier ein konkretes Anliegen, ich leide unter diesen Strompreisen, ich fühle mich in meiner Stadt nicht mehr sicher”, folgt keine Empathie, keine Problemlösung. Was folgt, sind schwachsinnige Belehrungen. Man wird abgewertet, in eine Ecke gestellt und soll gefälligst seine Dankbarkeit für die viele “Diversität” zeigen.

Der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht, wurde nicht von den Bürgern verursacht, die an der Wahlurne ihr demokratisches Recht wahrnehmen. Er wurde von jenen verursacht, die sich moralisch über ihre eigenen Mitmenschen stellen. Die Demokratie lässt sich nicht retten, indem man versucht, ihr eine künstliche Einheitsmeinung aufzuzwingen. Demokratie lebt von unterschiedlichen Optionen, von echten Alternativen. Man kann die Demokratie nicht schützen, indem man die Opposition verbieten will. Man schützt sie, indem man in den Ring steigt und bessere Argumente, bessere Lösungen und vor allem besseres Regierungshandeln anbietet. Doch wer statt guter Regierungsarbeit lieber absurde Tänze auf queeren Parteitagen aufführt und wer statt der Kriminalität lieber den Patriotismus bekämpft, der hat den Kampf um die Köpfe und Herzen der Menschen längst verloren.

Es wird Zeit für die etablierten Kräfte, sich zurückzulehnen, die bittere Realität anzuerkennen und zu akzeptieren, dass sich die politische Landschaft in Deutschland irreversibel verändert hat. Die Opposition ist da, sie wird nicht verschwinden, und sie spielt nach den Regeln dieser Demokratie mit. Die Zeit der unangefochtenen Hegemonie der moralisierenden Eliten ist vorbei. Sie haben einfach Pech gehabt. Und solange sie weiterhin den “Tanzschein” fordern, während das Haus brennt, werden die Wahlergebnisse sie bei jedem Urnengang von Neuem schonungslos abstrafen. Und Ulrich Siegmund und seine Kollegen müssen nichts weiter tun, als entspannt zuzuschauen, wie sich der politische Gegner vollkommen freiwillig und kostenlos selbst demontiert. Das ist die ungeschminkte, harte und vielleicht auch ein wenig komische Realität unserer Zeit.

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