Minu Barati kritisiert, dass der Bundeskanzler Trumps Abkommen zwischen den USA und dem Iran lobt. Die Spritpreise seien dem Kanzler offenbar wichtiger als die iranische Bevölkerung. Das mag stimmen. Wichtiger aber ist, dass Trump den Europäern im Ukraine-Krieg gewogen bleibt.
„Das Abkommen ist für den Westen und die Region verheerend“, sagt Minu Barati, deutsch-iranische Filmproduzentin und Ehefrau von Joschka Fischer im Talk von ” Maybrit Illner”. Barati stößt dabei besonders bitter auf, dass Bundeskanzler Friedrich Merz sowohl US-Präsident Trump als auch merkwürdigerweise dem iranischen Volk zu diesem Abkommen, das eher eine US-Kapitulation ist, gratuliert habe. „Dem Bundeskanzler ist der Preis an den Tankstellen wichtiger, als das iranische Volk. Das ist unglaublich rückgratlos.“ Zugleich sei aber immer noch jenes Regime im Iran an der Macht, das Trumps Militär mit dem Krieg vertreiben wollte. „Es ist dasselbe Regime. Da kann Trump noch so sehr lügen“, erklärte Minu Barati mit versteinerter Mine.
Das Volk zahlt den Preis
Der größte Verlierer des Abkommens zwischen den USA und dem Iran steht fest: die iranische Bevölkerung. Dabei hatte Donald Trump im Januar angesichts der anhaltenden Massenproteste im Iran das Volk zum Durchhalten und zur Übernahme staatlicher Institutionen aufgerufen. Der
US-Präsident tönte damals, dass „Hilfe unterwegs ist“, die „iranischen Patrioten“ nur schon mal die staatlichen Institutionen besetzen sollten und das Regime „einen hohen Preis zahlen“ würde. Pustekuchen. Aus dem hohen Preis ist in Teheran ein Zahltag geworden. Das brutale Regime erhält 300 Milliarden US-Dollar an Wiederaufbauhilfe, darf ohne Sanktionen, Öl verkaufen und auch das eingefrorene Geld wird für die brutale Führung wieder flüssig. Unterm Strich wird das Regime von Trump gefestigt.
“Im Klammergriff des Regimes“
Eindrucksvoll erklärt die Deutsch-Iranerin Barati die aktuellen Lebensumstände im Iran. Für dieses Volk gehörte das Leiden seit vielen Jahren zum festen Alltag. „Es herrscht große Bitterkeit im Iran. Das Volk ist unglaublich erschöpft“, schildert Barati. Es herrsche große Armut im Land. Der Lebensalltag sei kaum noch zu bewerkstelligen. Eier würden einzeln verkauft, Medikamente seien vielfach nicht mehr zu bezahlen. Zugleich sei die Wirtschaft zusätzlich geschwächt worden, weil das Terrorregime knapp drei Monate das Internet komplett herunterfuhr und für Wochen auch das Telefon blockiert hatte. „Die Bevölkerung ist im Klammergriff des Regimes, wie wir es noch nie erlebt haben.“ Auch die Finanzierung des Hisbollah-Terrors ginge weiter. „Dabei wollen 85 Prozent der iranischen Bevölkerung keine islamische Republik.“




