Nach 7:1-Wahnsinn verboten? Wie die Behörden den deutschen Fanjubel im Keim ersticken – während Klimakleber freie Bahn haben!.TA

Nach 7:1-Wahnsinn verboten? Wie die Behörden den deutschen Fanjubel im Keim ersticken – während Klimakleber freie Bahn haben!
Es sollte ein Abend der puren Erleichterung und der kollektiven Freude werden. Nach dem fulminanten 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao im WM-Auftaktspiel lag ein Hauch von Sommermärchen in der Luft. Doch was sich kurz nach dem Abpfiff auf den Straßen der Republik abspielte, hinterlässt bei Millionen von Bürgern einen bitteren Nachgeschmack. Es stellt sich die dringende Frage, ob gesunder Patriotismus und sportliche Begeisterung in diesem Land überhaupt noch erwünscht sind.
Besonders deutlich zeigte sich das Dilemma in der Bochumer Innenstadt. Kaum hatten die Fans den historischen Kantersieg bejubelt, formierte sich ein traditioneller Autokorso. Knapp 30 Fahrzeuge rollten hupend und fahnenschwenkend durch die Straßen. Die Menschen saßen vor Freude in den Fenstern der Wagen, die Stimmung war ausgelassen. Doch die Reaktion der Behörden ließ nicht lange auf sich warten.
Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung kurz darauf berichtete, schritt die Polizei umgehend ein. Gegen 22:30 Uhr wurde die friedliche Feier auf der Höhe der Luisenstraße, nahe dem bekannten Kaffee Zentral, rigoros aufgelöst. Der Grund für den massiven Einsatz? Angeblich blockierten die feiernden Autos den Weg hinter dem Hauptbahnhof, sodass Linienbusse nicht mehr durchkamen. Einige genervte Anwohner hatten sofort den Notruf gewählt, weil sie ein paar Minuten warten mussten.
Diese harte Gangart der Justiz und der Ordnungshüter löst in den sozialen Netzwerken einen Sturm der Entrüstung aus. Viele Bürger ziehen unweigerlich den direkten Vergleich zu einer ganz anderen Gruppe von Straßenblockierern. Wenn sogenannte Klimaaktivisten, die von Kritikern oft als ideologische Straftäter bezeichnet werden, stundenlang Hauptverkehrsadern lahmlegen, agiert die Polizei meist erschreckend zimperlich.
Dort wird oft erst minutenlang verhandelt, während berufstätige Bürger, Handwerker und Rettungskräfte in kilometerlangen Staus feststecken. Schlimmer noch: Wenn ein genervter Autofahrer selbst die Initiative ergreift und versucht, die Blockierer wegzutragen, droht ihm oft sofort ein Strafverfahren wegen Körperverletzung oder Nötigung. Bei den Fußballfans reichten dagegen wenige Notrufe aus, um eine Hundertschaft zu mobilisieren und dem Jubel ein jähes Ende zu setzen.
Der Frust sitzt tief, denn Bochum war kein Einzelfall. Auch in Düren kam es zu ähnlichen Szenen. Am dortigen Friedrich-Ebert-Platz blockierte der Autokorso zeitweise den großen Kreisverkehr. Ab 21:20 Uhr liefen die Telefone bei der örtlichen Dienststelle heiß. Die Teilnehmer jubelten und feierten den 7:1-Erfolg, doch nach nur 40 Minuten war der Spuk vorbei, weil die Beamten den Kreisel räumten. Im Jahr 2006 oder 2014 wäre ein solches Vorgehen wegen eines zehnminütigen Verkehrsaufkommens undenkbar gewesen.
Noch restriktiver erlebten es die Menschen in Heilbronn. Dort sperrte die Polizei die traditionelle Feier-Meile auf der Allee im Vorfeld komplett ab, um einen Autokorso von vornherein im Keim zu ersticken. Zwar berichteten die Medien später von einer friedlichen Feier bis spät in die Nacht, doch das Wort “friedlich” wirkt in diesem Kontext fast schon wie eine Warnung. Es scheint, als müsse man in Deutschland mittlerweile dankbar sein, wenn eine normale Sportfeier nicht eskaliert.
Ein Blick auf die Autobahn 66 bei Wiesbaden zeigt, wie weit die Kriminalisierung des Fanjubels inzwischen geht. Dort stoppte die Autobahnpolizei einen Korso direkt auf der Schnellstraße. Den Teilnehmern wird nun Nötigung im Straßenverkehr vorgeworfen, weil sie ohne Blinker die Spuren gewechselt und den Sicherheitsabstand nicht eingehalten haben sollen. Unwillkürlich drängt sich hierbei die Frage auf, warum illegale Hochzeitsgesellschaften, die regelmäßig ganze Autobahnen komplett sperren und Schüsse in die Luft abgeben, selten mit der gleichen Härte und Konsequenz verfolgt werden.
Neben dem behördlichen Druck macht sich in der Bevölkerung eine weitere, weitaus gefährlichere Dynamik bemerkbar. Das Zeigen der eigenen Nationalflagge wird zunehmend von einer aggressiven Minderheit attackiert. Ein virales Video auf Social Media dokumentierte jüngst den Fall eines Mannes, der eine Deutschlandfahne aus seinem Fenster gehängt hatte. Nur kurze Zeit später wurde die Fensterscheibe direkt darunter brutal eingeschlagen.
Diese zunehmende Intoleranz führt dazu, dass viele Menschen ihre Flaggen sofort nach dem Ausscheiden der Mannschaft oder dem Turnierende panisch entfernen. Die Angst, als “rechts” oder “nationalistisch” gebrandmarkt zu werden, sitzt tief. Selbst humorvolle Aktionen unter Freunden, wie das Einsenden eines Fotos von einem alten Mercedes-Diesel mit zwei kleinen Spiegel-Fähnchen, werden im Netz sofort mit ironischen, aber vielsagenden Kommentaren wie “Das muss ich melden” begleitet.
Am Ende bleibt bei vielen Bürgern das beklemmende Gefühl zurück, dass die Verhältnismäßigkeit in diesem Land völlig aus den Fugen geraten ist. Was darf man in Deutschland eigentlich noch unbeschwert feiern, ohne direkt an den Pranger gestellt oder von der Obrigkeit gemaßregelt zu werden? Die Debatte um die Doppelmoral zwischen geduldeten Klimaklebern und verbotenen Fußballkorsos hat gerade erst begonnen und wird die Gemüter wohl noch lange erhitzen.




